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K A M P F A N S A G E   I N T E R P R E T A T I O N

directors interpretation

Natürlich braucht ein Film wie Kampfansage keine Interpretation. Und das ist ebenso gut wie beabsichtigt. Der Film hat keine wirklich Botschaft, keinen eindeutigen Sinn.

Die meisten Zuschauer fanden diesen Ansatz gar nicht so übel. Ganz im Gegenteil, für viele war der Verzicht auf alles Hintergründige geradezu willkommen. So verstellte nichts den Blick auf das Wesentliche, nämlich die Action und den Kampf.

Doch gab es natürlich auch andere, kritische Stimmen, denn schließlich gehört zu einem Film nun mal auch eine Handlung, selbst wenn es sich, wie bei Kampfansage, um einen Kurzfilm handelt. Für all jene, die es gern haben, hinter einem Film eine Absicht zu erkennen, hier also meine Interpretation von Kampfansage.

Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Punkt bei Kampfansage ist der Titel. Er trägt einen großen Teil meiner Botschaft schon in sich und ich denke, diese wurde auch weitestgehend verstanden. Die "Kampfansage" markiert einen Beginn, einen Anfang. Kampfansage war mein, war unser erster Action- und Kampffilm und wir sind davon überzeugt, es war auch einer der ersten, wenn nicht sogar der erste echte, deutsche Martial-Arts-Film, der die asiatische Kampfkunst nicht als kuriose Einlage behandelte, sondern sie so ernst nahm, daß sie ins Zentrum des Interesses rückt.

Der zweite Punkt ist die Rahmenhandlung, wobei ich "Handlung" auch hier meistens weglasse und nur von einem "Rahmen" spreche. Was geschieht? Drei Jungs schauen Video, und natürlich ist es ein Kung-Fu Film. Als wir nach der Kampfsequenz zu ihnen zurückkehren, sehen wir, daß sie eingeschlafen sind. Das Video ist zu Ende, der Fernseher rauscht. Offensichtlich haben sie die Kampfsequenz "nur" geträumt. Dies ist jedoch nur die einfache Sicht der Dinge.

Man kann es auch kompliziert sehen. In dieser Sichtweise spielt der Rahmen von Kampfansage in der Vergangenheit. Er ist sozusagen autobiographisch. Wir sehen, wie sich drei Freunde ihren Lieblingsfilm ansehen. Gleichzeitig aber träumen sie davon, eines Tages selber in einem solchen Film mitzuspielen. Und heute ist es soweit. Mit Kampfansage wurde dieser Traum Wirklichkeit. Es ist also eine ziemlich verwirrende Situation. Wir sehen, wie die drei Jungs in der Vergangenheit in ihre Zukunft blicken, und erleben diese Zukunft, weil sie inzwischen zur Gegenwart geworden ist.

In diesem Sinne: Der Kampf beginnt..

Johannes Jaeger

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